Die Standseilbahn von Sonloup

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Die Standseilbahn von Sonloup

14. Dezember 1910: Eine Standseilbahn verbindet Les Avants mit Sonloup. Sie bedient eine Bobbahn und zwei Rodelbahnen. Les Avants setzt sich in einem wahren Wettlauf um Modernisierung und Tourismus gegen Caux durch. Mehr als hundert Jahre später glitzern die Standseilbahn und ihre berühmten roten Wagen noch immer in der Landschaft.

EIN TOURISTISCHER WETTBEWERB

Die Standseilbahn schlängelt sich über eine Länge von 532 Metern bei einem Höhenunterschied von 180 und einer maximalen Steigung von 54,5%. Es mussten drei Kunstwerke errichtet werden, von denen das beeindruckendste ein gemauerter Viadukt mit elf Bögen ist. Die beiden roten Wagen wurden von einem Elektromotor gezogen, der vom Bahnhof Les Avants aus mit Strom versorgt wurde - eine technische Meisterleistung und eine Schweizer Premiere.

Die Standseilbahn ist weitgehend in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten geblieben. Die notwendigen sicherheits- und betriebsbedingten Anpassungen wurden mit Rücksicht auf die bestehende Substanz vorgenommen. Mit ihren historischen, den heutigen Anforderungen angepassten Waggons ist sie ein eindrückliches Zeugnis der touristischen Infrastruktur von Les Avants in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.

EIN CHALETHOTEL

Neben der Station der Standseilbahn wurde 1913 das Hotel de Sonloup eröffnet. Der Architekt war Louis Villard, der Vater des späteren Chansonniers Gilles (Les trois cloches, La Venoge). Dieses große Chalet auf einem gemauerten Sockel mit einem Belvedere-Turm beherbergte damals etwa 50 Betten, ein Restaurant und eine Terrasse, von der aus man einen herrlichen Panoramablick genießen konnte.

Ehemaliger Steuerstand der Standseilbahn

Chalet Hotel de Sonloup, Postkarte, um 1920

Standseilbahn in Les Avants

Viadukt mit elf Bögen